Sehr geehrte Damen und Herren, hallo liebe Freunde aus der Ving-Chun, Wing Tsun, Ving-Chung, VC, WT, VT (wie auch immer geschrieben) – Szene in Deutschland und der Welt.

 

Was fasziniert uns am Vingh Chunh System? Gibt es eine wissenschaftliche Erklärung für die Techniken und die Anwendungen des Vingh Chunh? Wie kann man Vingh Chunh schnell und effektiv erlernen? Gibt es Gemeinsamkeiten aller Stilrichtungen?

Was ist ein Computer? Was hat ein Computer mit Vingh Chunh gemeinsam? Ein Computer ist ein Gerät mit dem man, nach riesigen Entwicklungsschüben, fast alles was es auf der Welt gibt visuell und mathematisch simulieren bzw. darstellen kann. Eigentlich ist es ein Gerät das technisch gesehen nur addieren kann (dividieren, subtrahieren und multiplizieren sind umgearbeitete Additionen mittels des dualen Zahlensystems). Die Technik ist eigentlich ganz einfach. Es gibt nur die Zustände Strom und kein Strom. Diese Zustände werden als verschiedene Bitmuster in den verschiedenen Speichermedien abgelegt. Es gibt dazu verschiedene Speichermedien, Festplattenspeicher, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Soundkarte, einige dieser Speicher werden nur als Zwischenspeicher verwendet, andere als Langzeitspeicher, die in der Lage sind ein Bitmuster bzw. codierte Information auf Dauer festzuhalten. Mit diesem einfachsten aller Zahlensysteme, das nur aus 0 und 1 besteht lassen sich Bilder, Musik, Tabellen und komplizierteste Abläufe darstellen, abspeichern und weiterverarbeiten. Somit ist das Gerät in der Lage selbst Musik, Bilder zu entwickeln sowie Filme zu schneiden und wieder zusammenzusetzen.

Der Computer arbeitet genau wie das menschliche Gehirn. Auch dort gibt es das Großhirn (Syntax mit zwei Hälften, Festplatten im Verbund) für gelerntes Wissen. Das Kleinhirn mit Verlängerung in das Rückenmark für schelle Steuerungsaufgaben und Routineaufgaben. Soundkarte als Mund und Zunge, sowie die Ohren als Mikrofon. Zusätzlich funktioniert die Haut als Sensor, der in der Lage ist, Druck, Berührung, Wärme und Kälte als Signal an das Gehirn zu melden. Die Augen des Menschen sind wie zwei Videokameras, die in der Lage sind, ein dreidimensionales räumliches Bild dem Gehirn als Bitmuster anzubieten. Das Gehirn ist in der Lage aus diesem Bitmuster Bilder oder einen Film zu erarbeiten. Da der Datenstrom den die Augen liefern mit Abstand der größte ist, hat die Evolution bei allen Tieren auch dem Menschen als Säugetier die Augen am Kopf in unmittelbarer nähe zu Gehirn angebracht (Der Abstand Augen - Gehirn ist für die Datenübertragungszeit entscheidend). Das menschliche Gehirn besitzt die perfekteste Software, die je auf der Erde entwickelt wurde. Der Mensch hat über viele Millionen Jahre ein Gehirn entwickelt, das selbstlernend ist und sich selbst in all seinen Teilen und Abläufen verbessert.

Ja aber was hat das mit Vingh Chunh zu tun?

Vingh Chunh ist das Kampfsystem, das am perfektesten in seinen Funktionen auf das menschliche Gehirn abgestimmt ist (das macht das Erlernen so schwierig). Die Haut des Menschen heißt Haut weil man drauf haut, das ist natürlich Unsinn, oder etwa doch nicht?

Um einem Menschen Schmerzen zuzufügen ist es notwendig einen bestimmten Druck, in Form eines Schlages oder einer Quetschung auf die etwa 2 m² Haut des Gegners zu bringen. Um eine Kampfunfähigkeit eines Gegners zu erzwingen ist also ein Hautkontakt zwingend notwendig. Die Haut ist die Trennung zwischen unserer Umwelt und uns. Sie ist also ein wichtiger Sensor für einen Hirnbesitzer. Leichteste Berührungen einer Hautstelle sorgen dafür, dass elektrische Signale von dort über das Rückenmark zum Großhirn führen, von wo aus das Signal bewertet und zugeordnet wird. Diese Bewertung führt unmittelbar zu einer Entscheidung, die Ausführung wird sofort vorbereitet (Das „Es“ im Unterbewusstsein übernimmt einen Großteil der Bewertung). An einem Beispiel soll dies erklärt werden. Es ist ein großer Unterschied ob man als heterosexueller Mann von einem Mann oder von einer Frau zärtlich berührt wird. Ja sogar das Aussehen der Frau führt zu einer weiteren Unterscheidung ob sich die Berührung als angenehm, unangenehm, abstoßend oder gar ekelerregend empfunden wird.  Dies kann auch bei der Berührung von Schlangen, Spinnen, … auftreten. Die Entscheidung darüber wird vom Gehirn selbständig getroffen. Die Berührungen führen immer zu einem elektrischen Signal, das vom Gehirn aufgenommen wird. Der Zuordnung bzw. Auswertung kommt also die entscheidende Bedeutung zu.

Wir alle als Vingh Chunh Begeisterte haben nur die Aufgaben in unserem Gehirn die Bewertungen, Bewegungen, Abläufe und Reaktionen aus dem Lap-sao oder Chi-sao festzulegen und als Datenpakete zu speichern. Der Tastreflex, der aus der Berührung durch intensives Training entsteht, bewirkt im Gehirn den Ablauf einer Entscheidungsmatrix. Am Ende dieser Entscheidungsmatrix steht das zielgerichtete, vollständige, technisch richtige Vorgehen gegen einen Gegner. Das Auge und das Ohr sind in dieser Entscheidungsmatrix dabei behilflich, dass wir nicht überreagieren oder dass wir entscheiden können ob es sich um eine Übung oder einen echten Kampf handelt. Bei einer Übung dürfen sich die entstehenden Aggressionshormone nicht auswirken. Der Testosterongehalt im Blut muss auf unterem Niveau bleiben. Durch das Training des Tastsinns sind alle Stilrichtungen der gesamten Vingh Chunh Szene auf einer gemeinsamen Grundlage. Einzelne Interpretationen, Übungen und Auslegungen bewahren den Unterschied. Somit sind wir mit allen Systemen auf der gleichen Grundlage. Unsere Trainingsforschung bezieht sich nicht auf einzelne Vingh Chunh Techniken und deren Interpretationen sondern auf die Erarbeitung der notwendigen Entscheidungsmatrix. Die Festlegung des Bewertungssystems mittels modernster wissenschaftlicher Hirnfunktionsforschung ist unser Ziel. Das bedeutet nicht das unser Vingh Chunh besser ist als andere sondern völlig anders aufgebaut, und es wird völlig anders vermittelt. Ziel muss es sein das VC System in möglichst kurzer Zeit zu erlernen, mit möglichst geringem Aufwand. Da sich das gesamte VC System Digital darstellen lässt (siehe der Wahrheitstabelle 0+1) lassen sich die Bewegungsabläufe mittels einer Programmiersprache (Basic oder Assembler) darstellen, verbessern und weiterentwickeln. Es gibt damit kein hartes und weiches Vingh Chunh mehr, sondern nur eine andere Reaktionszeit a.) der Ausführung, und b.) eine Reaktionszeit der Beendigung einer Bewegung. Dieser zweite Teil entscheidet ob eine Bewegung als hart oder weich empfunden wird. In der Elektronik nennt man diese Teil Schmitt-Trigger oder auch Schwellwertschalter, er macht aus einem analogen ein digitales Signal. Diese Schwellwertzeit lässt sich mittels eines ausgeklügelten Mentaltrainings immer weiter verkürzen. Somit fühlen sich die Vingh Chunh Bewegungen für den Trainingspartner sehr weich an, obwohl vom Gehirn aus gesehen die größtmögliche Muskelanspannung vorbereitet ist, und der härteste und schnellste Fauststoß in jedem Augenblick ausgeführt werden kann. In diesem Zustand arbeitet der Körper komplett autonom vom Denken des Kämpfenden bzw. Trainierenden. Gedanklich kann man also völlig abschweifen, lächeln, genießen. Diesen Vorgang beherrschen alle VC trainierenden. Nun ratet mal wie und wo. Genau beim Lesen eines spannenden Buches, keiner der Leser beobachtet die Buchstaben, die Zeichensetzung oder die Seitenzahl. Im Gehirn des Lesers läuft ein Roman ab, eine Geschichte, ja sogar ein Film. Hergestellt im eigenen Kopf, aus abstrakten Zeichen die wir Buchstaben nennen und von denen es nur 26 Stück gibt. Das Lesen funktioniert mit jeder Sprache an jeden Ort der Welt. Genau so ergeht es unserer Vingh Chunh Technik, es ist egal aus welcher Richtung bzw. Schule der Trainierende kommt. Wichtig ist nur das er Vingh Chunh betreibt. Ein hocheffektives, kompromissloses, auf dem „Tastsinn“ beruhendes Nahkampfsystem. 30 Jahre waren notwendig um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Leider hat es doch so lange gedauert bis der Groschen fiel. Ich hoffe einige Denkanstöße geliefert zu haben. Ich wünsche allen weiterhin viel Erfolg im Training. Mehr Gemeinsamkeiten  als trennendes in der Vingh Chunh Welt. Beim Umsetzen unseres Wissens gewinnen alle und keiner verliert. Die Vielfältigkeit der Erklärung von Bewegungen und Übungsteilen bleibt erhalten. Wie in unserer Muttersprache, es gibt ein Hochdeutsch als Schriftdeutsch, und es gibt viele viele wunderschöne Dialekte. Wir freuen uns euch alle auf unserer Homepage begrüßen zu dürfen. Nach einer hoffentlich regen Diskussion wollen wir auf Wunsch Trainings-, Lern-, und Übungstechniken veröffentlichen.

 

Viele Grüße an die VC Welt

 

Vingh Chunh Trainingsforschung

www.vingh-chunh.de

 

Aus juristischen und aber auch aus unterscheidungstechnischen Gründen haben wir uns zu dieser Schreibweise entschieden. Wir haben keinerlei kommerzielles Interesse an Vingh Chunh. Im Internet präsentiert sich nur die Jugendgruppe, die Fotos sind „Gaudibilder“ und stellen keine Technik dar.

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Auszüge aus dem Buch „Vingh Chunh Autodidakten“.